Sie sind hier: Herzlich willkommen bei der Kreisgruppe Oldenburg-Ammerland / Nachbarrecht und was Sie in Niedersachsen daraus wissen sollten!

Oldenburg-Ammerland im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V.


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Freitag, 27. Oktober 2017

Nachbarrecht und was Sie in Niedersachsen daraus wissen sollten!

Einfriedung

Wo muss, wo darf ein Grundstück eingefriedet werden?

Wie muss, wie darf eine Einfriedung aussehen?

Wer hat die Einfriedung zu errichten?

Was ist zu tun, wenn keine Einigung zustande kommt?

Pflege und Instandhaltung.

Grenzabstände

Grenzbebauung

Überhang/Überfall

Für diese und andere Fragen erhalten Sie Auskunft in der

Broschüre "Tipps für Nachbarn" .pdf (0,9 MB, PDF-Datei)                             vom Niedersächsischen Justizministerium

Was ist zu tun? Wer hat Recht?                                                                           Eines vorweg! Unter Nachbarn sollte man nicht fragen, wer im Recht ist.

Das Leben nebeneinander ist nur dann erträglich, wenn zwischen den Nachbarn ein gutes persönliches Verhältnis besteht.  

Üben Sie Rücksichtnahme und Verständnis.

Sprechen Sie mit ihren Nachbarn, wenn Sie etwas stört.

Lohnt sich ein Streit mit dem Nachbarn überhaupt?    

Bevor Sie jedoch gerichtliche Schritte einleiten, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer(m) Schiedsfrau/-mann vor Ort auf.

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Grillzeit

Sommerzeit ist Grillzeit. Doch bei der geselligen Zubereitung von Steak und Wurst im Freien gibt es Regeln zu beachten. Sonst werden die Leckereien schnell zur schweren Kost und ein fröhlicher Abend endet nicht selten vor Gericht.

Urteile rund ums Grillen

Leckeres Grillwerk kann schnell zur schweren Kost werden. Grillen bis der Nachbar kocht - oder die Feuerwehr vor der Tür steht. Alljährlich liefert die Fleischzubereitung unter freiem Himmel reichlich Stoff, um sich zu streiten. Denn: Dem einem schmeckt's dem anderen stink's. Beispiele aus der Urteilswelt.

Feuerwehreinsatz: Feuert ein Mann seinen Außenkamin an, um zu grillen, so muss er einen Feuerwehreinsatz nicht bezahlen, der von einem Nachbarn veranlasst worden ist, weil der - wegen enormer Rauchentwicklung - angenommen hatte, dass das Anwesen Feuer gefangen habe. Hat der Grillmeister den Kamin bestimmungsgemäß benutzt und das Feuer jederzeit unter Kontrolle gehalten, so muss er den Einsatz der Wehr, die in diesem Fall mit drei Löschzügen und insgesamt 50 Mann angefahren kam, nicht tragen. Insgesamt sollte der Einsatz 1.500 Euro kosten. Dass beim Grillen Rauch entstehe, so das Verwaltungsgericht Koblenz, liege "in der Natur der Sache". (Aktenzeichen: 5 K 1068/08)

Jugendlicher Grill-Leichtsinn. Sind sich fünf 14- bis 17jährige Jugendliche einig, ein Grillfeuer durch Brennspiritus zu "beschleunigen", erleidet ein Junge dabei aber wegen einer großen Stichflamme erhebliche Brandverletzungen, weil Funken auf sein T-Shirt übergesprungen sind, so trägt er zur Hälfte Mitschuld daran. Die anderen vier Beteiligten haben "als fahrlässige Nebentäter" ihm als Gesamtschuldner für die restlichen 50 Prozent Schadenersatz zu leisten. Das Oberlandesgericht Hamm kam wegen des "unkoordinierten, regellosen" und deshalb äußerst sorglosen Hantierens mit dem flüssigen Brennspiritus zu diesem ergebnis. Die fünf Jungen hätten gemeinsam die Pflicht gehabt, solchen Unfug zu Unterlassen. Der "Gießer" hätte von ihnen, "nicht nur durch Wort, sondern auch mit Tat" von seinem Verhalten abgehalten werden müssen. Sie hätten keineswegs davon ausgehen können, der schließlich schwer verletzte Junge hätte von vornherein stillschweigend eingewilligt, Verletzungen in Kauf zu nehmen (wie das zum Beispiel bei Kampfsportarten wie Fußball, Handball und so weiter der Fall ist). (AZ: 9 U 129/08)

Vier Mal jährlich nach 22 Uhr.  Grillt der Nachbar eines Hauseigentümers im Sommer fast täglich bis weit nach 22:00 Uhr (und läuft zudem der Fernseher in der Garage), sodass es zu erheblichen Ruhestörungen und Geruchsbelästigungen kommt, so kann der beeinträchtigte Nachbar durchsetzen, dass nur noch bis zu vier Mal - zu besonderen Anlässen - so lange gegrillt wird. (Oberlandesgericht Oldenburg, 13 U 53/02)